Auszug:

Die Zahl der Baustoffvarianten und Produktgruppen, fortschrittlichen (Hightech-)Baustoffen, Verfahren oder Systeme stiegen die vergangenen Jahrzehnte ins Gigantische und die Gefahr, dass Fehler gemacht werden, steigt in dem Maße, wie die Erfahrung im Umgang mit neuen Produkten und Bauweisen abnimmt. Die Eigenschaften der Baumaterialien streuen mehr oder weniger um ihren Mittelwert, die einwirkenden äußeren Belastungen sind Zufallsfunktionen der Nutzer wie auch der Zeit. Alle Baumaterialien sind Prozessen der Alterung, Ermüdung und Korrosion unterworfen, die die Eigenschaften verändern. Deswegen sollte (fehlertolerantes) Bauen Arbeitsbedingungen auf Baustellen berücksichtigen und Abweichungen erlauben. Ist dies aus technischen oder rechtlichen Gründen nicht möglich, kann Bauwerksmonitoring die Lücke schließen.

Die zerstörungsfreie Prüfung gliedert sich in das große Gebiet der Information und Kommunikation und ist so vielseitig, wie die Sensorik zum Korrosionsmonitoring, Deformationsmessungen an Bauwerken oder das Klimamonitoring zum Schutz historischer Innenräume oder Holzbauwerke. Die dabei verwendeten Begriffe Überwachung, Prüfung, Beobachtung oder Vermessung werden häufig gleichbedeutend, sowohl fachübergreifend als auch fachintern, einheitlich benutzt und nicht gegeneinander abgegrenzt. Als Oberbegriff für alle Arten der unmittelbaren systematischen Erfassung von Prozessen ist zunehmend der Begriff des Monitorings gebräuchlich. Im Allgemeinen dient es insbesondere dem frühzeitigen Erkennen, Bewerten und Vermeiden unerwünschter Ereignisse und ist damit wesentlicher Bestandteil eines Risikomanagements.

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